friends Zwei

Madleine

Der Wind fäht ihr durch ihr langes , zersaustes Haar als sie beschließt ihrem Leben entgültigt ein Ende zu setzen. Die letzen Vorbereitungen sollten getroffen werden, sie saß auf der kalten Steinfensterbank in einem kurzen weißen, dünnen Nachthemdchen, dass über dem Knie endete und man sah an ihrem braunen, schlanken Beinen das sie etwas frohr. Die Häärchen stellten sich auf und ihre Brüste waren fest und schimmerten durch das helle Kleidungstück hindurch. Es war ein wunderschöner lauer Sommerabend, die Sonne ging gerade unter, und der himmel färbte sich in allen farben ein, von einem zarten rosa bis hin zu einem kräftigen violette. Sie genoss die letzen Momente und sie liebte die Vorstellung gleich alles zu beenden. Die Kontrolle darüber zu haben wie es passieren soll. Die Beine frei in der Luft baumelnd, zum Absprung bereit. Es sollte der Garten im Hinterhof ihrer kleinen Wohnung sein, die sie nun schon gut zwei Jahren mietete. Sie war jung, jedoch schon so alt um das Leben selbstständig hassen zu können.  Sie hat es gesehen das Elend, und die Grausamkeit der Welt. Kinder hungernd und auf der Starße lebend, mit Alkohol in der Hand.  Zerfezte Klamotten und auf sich allein gestellt. Bettelnd in der Stadt herumirren und tot krank. Sie sah die, die am Straßenrand lagen, mit einer Spritze im Arm, starr und abwesend, erschreckend. Halbtote die zu stark waren um zu sterben, aber zu schwach um den Teufelskreis der Sucht zu durch brechen. Sie sah Frauen, Kinder und Männer die ihren Körper an ihre Freier verkauften und solche denen ihr Körper in einer kleinen Toilette am Bahnhofvorplatz beraubt wurden. Mit zerrissener Kleidung, wimmernd und verstört zurückgelassen.

Sie kannte die falschen Gesichter, Die Masken der Mehrheit und konnte es nicht mehr ertragen, das Leben, es war zu schwer für Madleine.

Wie konnte es sein, das Lebende ihrer eigenen Spezies etwas so grausames an tun konnten. Wie konnte es sein das ein neun Uhr dreißig Meeting wichtiger ist als ein Kind, das von der alkoholkranken Mutter und dem ewig prügelnden Vater aus dem Haus getrieben wurde und nun alleine und verlassen auf der Straße lebt in einem Rudel anderer Kinder die jagen und wüten wie ein hungriges Wolfsrudel.

Madleine starb jedesmal ein bisschen, wenn sie dies sah. Sie starb jeden Tag ein Stück mehr. Und nun war es an der Zeit auch ihre belanglose Hülle sterben zu lassen. Den Alkohol in ihrer Hand brauchte sie nicht. Sie war sich sicher, mutig genug zu sein, sich aus dem dritten Stock in die Tiefe zustürzen. In dem freien Fall, in dem ihr noch einmal all das Elend der Welt und das Leben ihrer selbst vor Augen geführt werden würde. Um dann mit einem starken Aufprall auf den erdigen Boden sich mehrere Knochen zu brechen und Blut überströmt ihren letzten Atemzug aus zu hauchen. So sollte es sein und so würde sie es machen. Nachdem die Sonne untergegangen ist.

Madleine lies ihren letzen Gedanken und Momente Revue passieren. So schnell wollte sie als kind immer erwachsen werden und so schnell ist sie es dann leider geworden. Unaufhaltsam altert sie mit jeder Sekunde ihres Lebens und nichts würde sich jemals wiederholen lassen, jeder noch so unscheinbare Moment ihres Lebens hatte einen großen Einfluss auf den weiteren Verlauf und sie konnte so gar nichts daran ändern. Sie hatte es satt nur zu fließen und niemals lenken zu können.  Es hätte alles so schön sein könne, doch das war es nicht.

Madleine liebte den Sonnenuntergang, denn es war ihr persönlicher Aufgang. Der Untergang scheint einfach viel dramatischer und kräftiger nicht zu letzt wegen der Farben. Abends war es breits schon immer etwas wärmer und nicht so kalt wie am frühen morgen. Sie liebte es an ihrem Fenster zu sitzen und dem hellen Licht entgegen zu schauen. Das erinnerte sie immer an etwas glücklichere Zeiten, als sie sich noch nicht so alleine und verlassen vorgekommen ist, als sie noch ein kleines, naives Mädchen war, dass noch an dem Guten im Menschen glaubte. Doch nun war sie groß geworden und sie hatte schon so vieles erlebt. Sie war müde und wollte nach Haus zurückkehren, dort wo Seelen leben.

 

 

Ende !?

 

 

 

Sollen immer die Guten sterben um dem Bösen zu weichen? Ist  dies gerecht? Und was ist Gerechtigkeit? Welchen Sinn und welchen Wert hat Gerechtigkeit in unsere heutigen Gesellschaft überhaupt noch? Ich wünschte man könnte etwas bewirken, jeder ein bisschen, im Stillen nur für sich.
























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